Bürgerliche und bäuerliche Zweige und Nachkommen nassauischer Adelsgeschlechter

Von

Helmuth Gensicke

Im Bereich des Herzogtums Nassau gab es im Mittelalter etwa 300 Familien der Ritterschaft und etwa 20 zum Teil weitverzweigte Grafen- und Dynastengeschlechter.Die meisten dieser Familien haben nur wenige Generationen geblüht.Um 1650,als die meisten Kirchenbücher einsetzten,lebten von den Familien der Ritterschaft noch etwa 30.Die Dynastenfamilien sind im Mannesstamm fast alle ausgestorben.Es blühen noch die Herren von Runkel in den Fürsten von Wied,die Grafen von Sayn in einer jüngeren Linie Sponheimer Mannesstammes in den verschiedenen Linien von Sayn-Wittgenstein,die Herren von Isenburg in den Linien Ysenburg-Büdingen und Isenburg-Birstein,die jedoch seit dem 16.Jahrhundert keinen Besitz mehr im Nassauischen haben.Erst vor einigen Jahren sind die Grafen von Leiningen Westerburg ausgestorben,deren Namen jedoch zur Zeit noch durch Adoptionen weiterlebt.Kaum anders sieht es bei den Familien der Ritterschaft aus.Vom Stamm der ursprünglich edelfreien von Waldmannshausen leben noch die Grafen Waldbott-Bassenheim,sonst noch die Grafen von Schönborn,die Grafen von Walderdorff,die Freiherren Schütz von Holtzhausen und die Wentz zu Niederlahnstein.Bürgeliche Nachkommen wurden im 18.Jahrhundert der Name der Freiherren von Irmtraut und der Freiherren Köth von Wahnscheid verliehen,doch sind davon auch diese jüngeren von Irmtraud bald nach 1913 wieder ausgestorben.Nachkommen weiblicher Linie bewahren als Besitz von Vollrads auch den Namen Greiffenklau.Sonst ist in Nassau nur noch der Stein bei Nassau in den Händen von Töchternachkommen.Im gesamten nassauischen Westerwald sind außer dem steinischen Schloß in Nassau und dem Walderdorfer Schloß in Molsberg keine alten Adelssitze mehr in der Hand adliger Familien.

Im Taunus ist es ähnlich.Dort ist Runkel seit 1159 im Besitz der Nachkommen der Edelherren.Auch die Schaumburg ist noch in den Händen der Nachkommen von Peter melanders Witwe,die 1656 die Burg erwarb.Andere Adelssitze in Hahnstätten und Osterspai wurden jedoch erst um 1800 erworben.Ihre Besitzer haben keine Beziehung zu den Adelsgeschlechtern,die dort im Mittelalter saßen.Nur im Rheingau haben sich mehrere Adelssitze erhalten.Dort sitzen schon seit dem Spätmittelalter die Langwerth von Simmern.Nur dort sind auch genealogische Beziehungen heutiger Familien zu den ausgestorbenen Familien der Vorbesitzer zu beobachten.

Wo sind aber sonst diese Familien geblieben?.Teile ihres Besitzes sind an die wenigen überlebenden Familien gekommen.Der weitaus größte Teil ihres Besitzes ist mit den Lehnen an die Landesherren zurückgefallen,vieles Kirchen und Klöstern zugewandt worden.Auch hier ist die Kirche,in der sie Söhne mit Pfründen,Töchtern im Kloster versorgten,das Grab des Adels geworden.Kriegszüge und die Fehden des Spätmittelalters haben den Bestand dieser Familien dezimiert.Mit den Familien erloschen auch die Traditionen.Einigermaßen brauchbare Genealogien besitzen wir nur von den Häusern Wied,Runkel,Isenburg,Westerburg und Nassau.Für keines dieser Geschlechter liegt eine Arbeit vor,die sich mit dem Haus Brabant von C.Knecht messen könnte.Bei der Ritterschaft ist es noch schlechter.Der gewichtige Band von Ompteda über die Kronberger ist die einzige ausführliche Darstellung,jedoch mit Vorsicht zu benutzen.Selbst für die Grafen von Schönborn und von Waldersdorf gibt es keine Monographie.Bei vielen Familien ist man immer noch auf Humbracht angewiesen,einige sind in Stammtafeln von Möller bearbeitet,für andere bringe ich seit Jahren in Beiträgen zur nassauischen Adelsgeschichte und Ortsgeschichte knappe Stammfolgen.Darüber hinaus ist manches Brauchbare in weitverstreuten Aufsätzen vorgelegt,aber bis heute noch nicht bibliographisch zusammengefaßt,und schwer benutzbar.

In bürgerlichen und bäuerlichen Ahnentafeln -publizierte besitzen wir in Nassau ja ohnehin fast keine - erscheinen diese Familien bisher selten.Vor einigen Jahren hat R.Fußgänger 1957 nachgewiesen,daß die Dynasten von Eppstein in einem unebenbürtigen Zweig noch in Weilmünster blühen und zu den Nachkommen dieses Zweiges seit dem 16.Jahrhundert zahlreiche Beamtenfamilien auch in Eppstein,Heftrich und Idstein gehörten.Im gleichen Jahr 1957 wies K.H.May darauf hin,daß Dietrich Brömser von Rüdesheim 1539 unebenbürtige kinder hatte,von denen May einen Sohn Best oder Sebastian 1567 und dessen drei Söhne Ludwig, Philiph und Andreas noch 1590 in Rüdesheim nachweisen konnte.Er machte es wahrscheinlich,daß die seit 1577 in Nastätten und im frühen 17.Jh.in Bornich,Buch,Grebenroth,Egenroth und Zorn nachweisbaren Bremser zu den Nachkommen dieses Dietrich Brömser von Rüdesheim zu rechnen sind.Zumindest wird man diese jedoch als unebenbürtige Sprossen der Brömser ansprechen dürfen,selbst wenn einige schon in früheren Generationen vom Stamm der Brömser abgezweigt sein sollten.

Dies sind aber nicht die einzigen.Noch heute leben die Schneiß(Schnetz) von Grenzau in unebenbürtigen Nachkommen des Johann Schneiß von Grenzau (1507-56) in mehreren Familien Schnaas in Oberwesel im Mannesstamm.Ebenso wie bei den von Eppstein von Kurmainz hatten diese bürgerlichen Schneiß noch 1781 von Kurtrier ein Lehen sich bewahrt.Ebenso wie bei den Eppsteinern,die bis ins 18.Jh.das Wappen der Dynasten mit einem Beizeichen im Siegel führten,erhielten sich auch ein unebenbürtiger Zweig der vom Hof und im Hof von Dehrn und Limburg das adlige Wappen.Dieser Dietrich im Hof,Pastor in Hundsangen,Vikar im Stift Limburg gest.1527,abstammende Zweig,die Familie von Hoff,stand in Dierdorf bis ins späte 17.Jh in wiedischem Dienst.Auf Nachkommen in den Familien Hörter,Ehrenstein,Knopäus und Kaulbach habe ich 1960 hingewiesen .Mehrere unebenbürtige Nachkommen ließen sich auch bei den von Staffel im 16. und 17.Jahrhundert nachweisen, doch verloren sich diese ohne bisher erkennbare Spuren.An diesen Beispielen sahen wir schon,daß Übernahme des Hauptnamens wie bei den Eppstein,Staffel und vom Hoff,des Beinamens wie bei den Bremser und Schnaas,des Wappens wie bei den Eppstein,Staffel,vom Hoff,von Teilen des Besitzes wie bei den Eppstein und Schnaas Kriterien für den nicht immer urkundlich nachweisbaren genealogischen Zusammenhang sind.

Ein solcher Hinweis allein genügt dabei noch nicht für einen sicheren nachweis.So hat man zwar bei Hans Bellersheim in Herborn (gest 1607) und dem Schumacher Jost Brambach in Dillenburg (1634 - 1656) eine Abstammung von den Familien von Bellersheim und von Brambach vermutet,es kann sich jedoch auch um bürgerliche Herkunfsnamen handeln.Diese bürgerliche Herkunftsnamen haben es aber in sich,da sie weit ins 16.Jh hier noch mit dem Herkunfts-"von" verbunden erscheinen,das sich im Niederländischen "van" erhalten hat.Erst dann schwindet es zugunsten des Herkunftsortsnamens,gelegentlich sogar in der im Süddeutschen vorwiegenden Form auf -er,wie etwa bei den Arzbächer in Braubach,die 1550 noch "von Arzbach"heißen.Dafür fehlt jedoch dieses Prädikat,das heute landläufig den Adelkennzeichnet,häufig etw bei den Junkern Hoenberger in Faulbach bei Hadamar im 16.Jh.Oder den Junkern Stockheimer,während es heute selbst unsinnig vor die Beinamen gesetzt wird,die dann als von Riedesel,von Wentz,von Klüppel erscheinen.

In jedem einzelnen Fall muß man kritisch prüfen,ob es sich um einen bürgerlichen Namen mit der Herkunftsbezeichnung von oder um einen Zweig eines Adelsgeschlechts handelt.Da kann oft nur ein Zufall helfen.So glaubte ich keinen Zusammenhang zwichen einer Schöffenfamilie von Michelbach in Montabaur des 15.Jh.und dem Ortsadel von Michelbach an der Aar annehmen zu dürfen,bis das zufällig überlieferte,einzig erhaltene Siegel der Montabaurer Familie im Stadtarchiv Hachenburg zeigte,daß es sich um dieselbe Familie handelt.Man ist natürlich versucht,bei Herkunftsnamen,die zugleich Namen bekannter Adelsfamilien sind an,adelige Abstammung zu denken.Aber da ist immer wieder Vorsicht am Platz.So kommt etwa der Name Langenbach in Hachenburg 1461 - 1630, Cramberg 1583, Nassau 1634,Dausenau 1643 als Herkunftsnamevor,während die Träger des gleichen Namens Langenbach in Löhnberg 1577 einem noch blühenden Zweig der von Langenbach gen.Sassenroth angehören.Vielfach sind die Grenzen jedoch besonders in den Städten fließend;so stehen die von Ingelbach und von Gollershofen in Hachenburg auch durch Heiraten zwichen Adel und Bürgertum,während die von Hattert dort eindeutig zum Landadel überwechseln.Neben adligen von Seelbach gibt es bürgerliche Seelbach mit Herkunftsnamen.Manche Namen sind wie Westerburg,Wengenroth,Erbach,Spriesterbach nur bürgerliche Herkunftsnamen.Aber wer wollte das bei den Achenbach und Breidenbach ebenso von Vornerein behaupten.Jacob von Breidenbach gen.Schweizer,geb. um 1457,

1500-23 Keller in Dierdorf,verschwägert mit dem Landschreiben Johann Schmidt auf dem Einrich,gehört unebenbürtig zu den von Breidenbach im Hinterland.Ebenso darf man bei dem Jägermeister Paulus Breidbach 1587 bis 1626 in Hachenburg wohl annehmen,daß er unebenbürtig zu den von Breitbach gehört,bei denen Paul vor 1431 und sein Enkel Paul 1464-gest 1516 den gleichen Vornamen führten.Vielfach muß es offen bleiben,wie bei Theiß Rolhausen,1633 Heimberger in Kaltenholzhausen,und seiner Familie,da es auch vorher schon mit Endres von Rolshausen,vor 1529 Schultheiß in Lohra sowie 1640 in Dolar und Wißmar bäuerliche Rolzhausen gibt.Größer ist der Verdacht bei Herkunftsnamen,die Burgennamen sind.So ist die adlige Abstammung kaum zu bezweifeln bei Philipp Hattenstein(gest.vor 1565),Amtmann und Keller in Niederolm,dessen Sohn Adam 1565 in Gernsheim genannt wird.Ebenso darf man wohl auch bei Johann Löwenstein,1648 in Dornholzhausen,und den Löwenstein in Frücht und Winningen mit einer Abstammung von den von Liebenstein-Löwenstein rechnen.Es spricht viel dafür daß die Langenau in und um Dietz von den von Langenau abstammen.Der Stammvater Hermann Langenau Schöffe in Dietz (1601),hatte 1601 noch einen nahen Verwandten Tiell Langenau.Beide sind noch nicht sicher anzuschließen,mögen aber jedoch zum Zweig des Philiph Andreas von Langenau gehören.mit dem 1613 in Diez der adlige Mannesstamm ausstarb.Des Philipp Andreas Vaters Schwester Anna von Langenau,die 1553 mit dem Koch Adam Heßeler (Haseler) in Westerburg (gest.1608) verheiratet war,hatte anscheinend keine Nachkommen.

Rudolf vom Hof gen.Bell hatte 1601 je ein Kind mit einer Nonne und eine Trine von Rachdorf.Ein Nachkomme seines Verwandten Johann vom Hof gen.Bell in Nister war wahrscheinlich Thiel Bell in Nister (geb.1610/20),der Stammvater der bäuerlichen Bell in der Gegend von Hachenburg.

Bei den Bremser sahen wir schon daß gelegentlich nur der Beiname von den unebenbürtigen Linie weitergeführt wird.Nun wird man nicht jeden Roth auf die Rod von Marburg ,Weilburg,Burgschwalbach,nicht jeden Wentz auf die Wentz von Niederlahnstein,nicht jeden Rübsamenauf die Rübsamen von Merenberg,dies ist schon versucht worden,nicht jeden Schütz auf die Schütz von Holzhausen zurückführen dürfen.Aber bei den Schütz von Holtzhausen wissen wir,daß 1599 die Stammgüter in Heckholzhausen verteilt waren unter die Schütz,so von den Schütz"bastardweiß herkommen",und den Junkern,den rechten Schütz.Als Stammvater dieser unebenbürtigen"Bauren Schützen" wird ein Lorenz Schütz gennant,den man noch nicht sicher anschließen kann.

Selbst bei selteneren Beinamen ist Vorsicht am Platz,nicht jeder Klüppel ist ein Klüppel von Elkershausen.So findet sich weitab in Mosbach bei Dieburg 1529 ein Ackersmann Bastian Kluppel.Verdächtiger ist aber wegen seiner sozial gehobenen Stellung der Keller Knebel in Diez vor 1529 für eine Abstammung von den Knebel von Katzenelnebogen.Dies gilt nicht minder für den Pfarrer Dietrich Knebel in Eppstein (1564-1582),den Sohn des Bürgers Dieter Knebel in Rüdesheim,der auch Kiderichius genannt wird,da in Kiedrich die Knebel von Katzenelnbogen begütert waren.

Außer den Donner von Lohrheim gibt es schon im 15.Jh. in der Graftschaft Sayn auch bäuerliche Donner,die uns noch einmal beschäftigt werden.Von den Bucher von Laurenburg,Westerburg und Idstein werden kaum alle Bucher und Bücher abstammen,die seit dem 16.und 17.Jh. in Langenschwalbach,bei Katzenelnbogen in Altweilnau und in Igstadt vorkommen.Die Stammfolge der Waitz von Eschen gen.Hilchen bei Buttlar-Elberberg beansprucht Philipp Hilchen von Lorch als Vater des 1584 geborenen Johann Hilchen.Dies stimmt sicher nicht da die Familie in Bärstadt bis auf Hilges Hen (gest.vor 1542) zurückgeführt werden kann.Die Familie hat allerdings durch 5 Generationen seit 1550 in Bärstadt,dann in Bad Schwalbach Schultheißen gestellt,so daß sie durchaus sozial als gehoben gelten kann.Für eine Verbindung zu den Hilchen von Lorch fehlen jedoch noch sichere Hinweise.

Johann Breder von Hohenstein in Eltville,der 1591 als letzter seiner Linie starb,hatte einen Sohn mit seiner Köchin,die über 9 Jahre mit ihm Haus gehalten hat.Er bestimmte in seinem Testament 1587,daß seine Dienerin Katharina Sohn Thomas und sein Nebensohn Johannes je 100 Gulden erhalten sollten.Er wollte,daß der eine Sohn Johannes durch seinen Vetter und Erben Hans Rheinhard von Klingelbach,"wo er sich arten wölte zum best auferzogen würde",worüber ihm dieser auch die Hand gegeben.Schon 1490 bis 1494 finden wir einen Conrad Breder als Hessichen Keller in Auerbach.Ein Breder von Lierscheid war vor 1529 Schultheiß in Ruppertshofen und sicher ein unebenbürtiger Sproß der Breder von Hohenstein,die als Vasallen des Stifts Gemünden die Vogtei in Lierschied besaßen.So könnte Hans Philipp Breder 1635-65,Hofmann in Hinterwald bei Braubach,und seine weitverzweigte Nachkommenschaft des Namens Bröder durchaus Nachkommen der Breder von Hohenstein sein.Doch muß man damit rechnen,daß auch völlig unabhängig eine bäuerliche oder bürgerliche Familie mit dem gleichen Beinamen benannt wurde.Gelegentlich mag auch vorübergehender Dienst bei einer Adelsfamilie eine solche Benennung ohne genealogische Verbindung verursacht haben.In der Regel wird man jedoch wie 1557 bei Michael Waldpott,dem Diener des Anthoni Waldbott von Bassenheim,an unebenbürtige Abstammungdenken dürfen.Ebenbürtig gehört so anscheinend Arnold Schere,1437 Bürger in Montabaur,mit seiner zahlreichen Nachkommenschaft zu den Scherre von Waldsmannshausen.Auch die Sprikast von Waldmannshausen nennen sich in einem Zweig,der seit 1521 Schultheißen in Tringenstein und einen Landschreiber in Beilstein stellte,nur noch Sprikast,führten jedoch biszum Erlöschen des Mannesstammes 1620 das Wappen ohne Beizeichen.Die Erben,eine 1618 mit Hans Leiener verheiratete Tochter ist bekannt,haben sich im Dreißigjährigen Krieg aus dem Land verloren.Der Vorname des Embrecht von Betzdorf (1510) war Beiname für seinen Enkel Peter Ermert,Schultheißen in Kroppach bei Hachenburg 1590,der im Siegel die drei schrägrechtsgestellten Rauten der von Betzdorf führte,dessen Neffe Johann Ermert aus Betzdorf 1635 und dessen Enkel der Trompeter Johannes Ermert als seit 20 Jahren verschollener Sohn 1639 Anspruch auf saynische Lehen der von Betzdorf erhoben.Die familie lebt noch heute in vielen Linien verzweigt unter dem Namen Ermert,Ermart in der Gegend von Betzdorf an der Sieg.

Daneben gibt es früh schon völlig neue Namen.Ein Nassau-Beilsteiner Bastard wird nach seinem Lehen im 15.Jh.von Münchhausen genannt.Johann von Wied,auch von Wied gen.Schad oder einfach Johann Schad,1527:54 Jahre alt,geboren 1471,war vor 1500 als ein lediger von Wied Reitknab Graf Johanns von Wied Runkel,seines Vaters,danach 1527 Keller des Grafen Johann von Wied,seines Vetters in Runkel.Vieleicht ist das Schadengut in Obertiefenbach ,ein wiedisches Lehen,nach ihm benannt.

Eine Tochter des Herrn Johann von Runkel (gest 1505),eine Schwester des Johann Schad,Sophia,war 1504-17 Nonne und 1569 -77 Meisterin in Beselich.Eine unebenbürtige Tochter des Kölner Erzbischofs Hermann von Wied (1477-1552),Idgen von Wied(1538-1600),war zuletzt Äbtissin in Beselich.In jüngerer Zeit hat man solche Spuren sorgfältiger verdeckt,wie es das Beispiel des Carl Diery zeigt,der 1792 als Sohn des Prinzen Christian Friedrich Ludwig von Wied Runkel(1773-1811) geboren,als hessicher Major in Worms 1872 starb.Sein name wurde aus dem Namen der Wied Runkeler Residenz Dierdorf und dem Namen der immerhin briefadeligen Mutter Karoline von Bury neugebildet,wobei aus Dierdorf und Bury Diery wurde.In seinen Nachkommen Diery lebt noch die mit den Brüder des Prinzen Christian erloschene Linie Wied-Runkel des wiedischen Fürstenhauses in einem unebenbürtigen,bürgerlichen Zweig.

Unter anderem Namen läuft auch ein Sproß der von Bicken,Hermann von Helgerstorff,den der allmächtigen Dillenburger Amtmann Philipp von Bicken 1467 seinen "Maigh und Knecht";1468 seinen"maghe,gebroite und gecleite diener"nennt,ein Verwandter ,den er also mit Brot und Kleidung in seinem Dienst hatte.

Die bekannte Veröffentlichung von C.Knecht,Hessenblut über die Nachkommen der Margarethe von Hessen,der Tochter Landgraf Ludwig II.von Hessen und Frau des Schultheißen Heinrich Furster in Kassel,zeigt daß zahlreiche hessiche Beamtenfamilien mit dem Landesherrn,wenn auch nur entfernt Verwandt waren.Unter den nachkommen finden wir auch jüngere Generationen der auch sonst mehrfach adlig verschwägerten Lorich aus Hadamar und die Nordeck in der Niedergrafschaft Katzenelnbogen.Die Liste bietet zahlreiche Nachkommen den Anschluß zu den frühen Landgrafen,zur hl.Elisabeth und zu Karl dem Großen.So liegt es nahe zu fragen,wie es in Nassau mit den uebenbürtigen Nachkommen der Grafen von Nassau aussieht.Die jüngste Zusammenstellung von Carstens bringt eine Fülle von nachrichten über die uebenbürtigen Nachkommen in den Niederlanden;die in Nassau werden dort jedoch leider überaus fehlerhaft und schrecklich entstellt mitgeteilt.

Im 13.und 14.Jahrhundert wurden unebenbürtige Sprosse des Hauses Nassau mehrfach mit kirchlichen Pfründen ausgestattet.Es gibt dann aber auch bald unebenbürtige Seitenlinnien.Bekannt sind die von Nassau in Detzen an der Mosel,die von Graf Johann IV.von Nassau-Vianden (gest.1475)abstammen.Erzbischof Johann II.von Mainz war der Stammvater der von Nassau in Bingen 1400.Von Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken stammen die gut erforschten von Nassau zu Löhnberg (1450-gest.1546ab.Eine Erbtochter Anna (gest.1547) heiratete Nicolaus von Rangen,von den beiden Töchtern von Rangen oder Löhnberger war Margarethe (1547-gest.1565) 1564 mit Hans Leichner,Keller in Homburg vor der Höhe,und Johannetta (1547 -1587)mitz Jacob Bette oder Beth,Büchsengießer in Kassel(1587-82)verheiratet.Weitere Nachkommen sind noch nicht erforscht.Bekannt sind auch die von Nassau zu Camberg,die zugleich auch den Burgsitz jener von Nassau zu Löhnberg erhielten.Gottfried geb.1547,gest.1598) war ein Sohn Wilhelms des Reichen,ein Stiefbruder Wilhelms von Oranien und Johanns Vl.von Nassau-Dillenburg.Die Familie erlosch im Mannesstamm in der dritten Generation 1637.Töchter dieser Familie heirateten in die Familie von der Hees,ohne Nachkommen,von Praunheim und von Danhausen.Anna Katharina von Nassau war 1663 und 1668 mit Johann Peter Wagner,Rittmeister der kurtrierischen Landkompanie zu Pferd in Camberg,Johanna Margaretha von Nassau 1664 und 1668 dort mit dem Obristleutnant Peter von Webel verheiratet.Beide waren wohl ohne Nachkommen,da die Ehegatten 1668 ohne Wissen ihre Frauen eine Anwartschaft auf deren Erblehen,den Amtshof in Camberg,an den Herrn von Hohenfeld verkauften.Mit diesen werden oft vermischt die von Nassau gen.Braun,die den Schadehof in Obertiefenbach bei Runkel besaßen und kurz vor 1637 ausstarben.Valentin von Nassau,der älteste bekannte Mann dieser Linie,hatte eine Tochter,die seit 1576 mit Johann Wolf gen.Sältzer,Parrer in Oberweyer,dann zuletzt Pfarrer in Nenderoth(gest.1582),verheiratet war.Nachkommen sind keine bekannt.Ebenso vertschwindet ohne Spur die von Nassau zu Ehrenstein an der Wied 1484-1544 die wohl von den Grafen von Nassau Beilstein abstammen.Allein Graf Johann von Nassau-Beilstein hatte drei unebenbürtige Söhne,von denen Heintze 1489 Schultheiß in Beilstein war.Henne erhielt 1451 ein Lehen in Rodenroth.Er nannte sich von Münchhausen,sein Sohn Wilderich von Münchhausen war 1488-1513 Schultheiß in Kirchfreusburg bei Betzdorf.Zu den Nachkommen gehörten vielleicht die vom Hof gen.Bell,die seit 1555 in Rodenroth begütert erscheinen.Anna die Tochter des bei Pavia 1525 gefallenen Grafen Heinrich von Nassau Beilstein war 1536 mit Koch Henn aus Arborn,Meisterkoch in Beilstein,verheiratet.Sie heiratete in zweiter Ehe Bender Paulus aus Feldbach,beide starben um 1565/66 in Beilstein.Sie hinterließen unmündige Kinder,Gotthard,gest.Paulus Benders Sohn und seine Geschwister"von grävelichem Stamb,die noch 1589 in dürftigen Verältnissen in Beilstein lebten.Zumindest der Name Bender ist im Frühen 17.Jahrhundert in Einwohnerlisten von Beilstein nicht mehr zu finden.Im Dunkeln verliert sich auch die Nachkommenschaft des letzetn Grafen Johann III.von Nassau-Beilstein,der seiner Tochter Elisabeth bei ihrer Heirat mit Veit Schwab,auch der Schwob aus Ehrentzheim genannt,den Hof Ködingen und 1542 noch ein Haus in Löhnberg übergab.Nach dem Tod des Veit Schwab,der als Keller in Löhneberg und 1557-68 als Landschultheiß zum Westerwald vorkommt,heiratete Elisabeth in zweiter Ehe Konrad Loos aus Emmerichenhain,Schultheiß in Westerburg.Ihre Enkel und Erben waren 1586-91 die Schwäger Petergens Johann und seine Frau Anna und Veit Michael und seine Frau Dorothe in Löhnberg,neben denen 1591 auch Söhne des Schultheißen Loos,jedoch aus erster Ehe,Ansprüche auf das Erbe erhoben.Nachkommen von Petergens Johann sind bisher nicht zu fassen.Veit Michael ,der noch 1615 als Michelen Veit in Löhnberg vorkommt,war wahrscheinlich der Vater von Lorenz Michel(gest.vor 1643) und Großvater von Peter und Philipp Michel in Löhnberg,doch sind die Anschlüsse noch nicht völlig gesichert.Wenn diese sich sichern lassen,würde die Beamten-und Theologenfamilie Deißmann zu den Nachkommen der Grafen von Nassau-Beilstein gehören,da deren Ahnherr Johann Friedrich Deißmann 1683 Anna Margaretha,eine Tochter des Philipp Michel in Löhnberg,heiratete.Mit Ausnahme dieser unebenbürtigen Beilsteiner Nachkommen sind die der anderen Nassauer Linien durchweg so gut ausgestattet worden,daß man bei anderen Trägern des Namen Nassau,den Nassau in Nastätten,Panrod,Idstein im 16.-17.Jh,den Nassau in Braubach im 16./17.Jh.in Montabaur im 14.Jh.in Dillenburg im 16.Jh.und der Familie Nassau in Diez und Flacht seit 1516,die auch einige Schultheißen stellte,eher an denn Herkunftsnamen Nassau zu denken hat.Daneben könnte man jedoch auch mit unebenbürtigen Sprossen der niederadeligen von Nassau zu Sporkenburg rechnen,von denen bisher jedoch nichts bekannt ist.Bei den Nachkommen des Hauses Nassau Beilstein würden die Ahnen Solms,Sayn,Gehmen,Randerode und Westerburg ohnehin nicht so schnell in die höchste Schicht hineinführen,die man über die Landgrafensprossen rascher erreicht.

Von den Grafen von Sayn hatte Graf Heinrich,mit dem 1606 die ältere Linie des Grafenhauses ausstarb ,drei unebenbürtige Söhne.Eine Enkelin Elisabeth Sayn war 1642 mit dem Rittmeister Engelhard Freitag verheiratet.Bei den Grafen von Leiningen-Westerburg meldete sich im 17.Jh ein Sohn einer der Westerburg in Köln,die sich jedoch nur nach ihrer Heimat nannten und in Köln durch Handel zu großen Vermögen kamen.Aber in Westerburg wußte man zu Recht nichts von der vermuteten Verwandschaft.Graf Reinhard von Leiningen-Westerburg (1453-1522) hatte eine Tochter Katharina,die er vor 1511 an Adam von Hausen verheiratet,der 1511 bis 1549 Schultheiß in Westerburg war.Ein Sohn Wolf von Hausen war Bürger in Bacharach,seine Schwester dort an den Zollschreiber Nikolaus von Buchen.(gest.1572) verheiratet.Beide waren Kinderlos.Eine zweite Tochter Agnes lebte noch 1573 als Witwe des Schultheißen Severus Sturm (1553 -68) in Westerburg.Sein Sohn Severus war 1574 bereits verstorben,die Witwe,eine Schwester des Stadtschreibers Meilinger in Montabaur,lebte mit ihren Kindern als Frau des Nachpredigers Adam Practarius in Wachenheim an der Weinstraße.Trotz der guten Überlieferung waren dort weitere Spuren dieser Urenkel Graf Reinhard nichts zu finden.Die aus Westerburg stammenden Sturm aus Montabaur gehören anscheinend nicht zu den Nachkommen Graf Reinhards.Aus der Verbindung der Gräfin Amalie(1772-1812),eine Tochter des Grafen Karl Waldemar von Leiningen -Westerburg-Neuleiningen (1747 bis 1798),mit einem französichen Offizier stammte eine Tochter Karoline von Monnet (geb.1807,gest.1881),aus deren Ehe mit dem Leiningen-Westerburger Rentamtmann Karl Christian Jung(gest.1873) noch Nachkommen leben.Ohne jede Spur verloren sich die Nachkommen der von Adelsheim,der Erben der jüngeren Linie vom Stein zu Nassau.Das Söhnlein Johann Philipp des Obristleutnants Henrich Philiph von Adelsheim ging nach dem Tod der Mutter 1726 in sehr zerrissenen Lumpen mit Stiefgeschwistern betteln.Dieser alte Baron von Adelsheim hatte 1748 einen Buben von 2 Jahren und ein Mägdlein von einigen Monaten mit der Witwe Anna Katharina Maquinet,doch erscheinen auch diese nachher nicht mehr.

Bekannt sind seit langem die unebenbürtigen Mudersbach-Nachkommen.Wigand von Mudersbach,Amtsmann in Siegen 1508-15,dann in Dillenburg 1515-28,hatte sechs natürliche Kinder.Der Sohn Friedrich war 1561-71 Schultheiß in Herborn,ein Enkel Wilhelm Ratsherr in Goslar,wo die Familie noch weiterhin blühte.Des Schultheißen anderer Sohn Albert Wolfgang Mudersbach,1592-1605 Schultheiß in Herborn,war dann 1607 -14 rentmeister in Dillenburg und zuletzt Schulrentmeister in Herborn 1615-26.Er war schon 1614 wegen Verfehlungen abgesetzt worden;als er jede Wiedergutmachung verweigerte und 1627 flüchtete,wurde er gefangen und am 17.09.1627 in Dillenburg enthauptet.Er hatte 1614,9 Kinder.Von den beiden Töchtern des Amtmanns von Mudersbach war Christina an Ambrosius Pampo,1561-76 Schultheiß in Dillenburg,die andere,Magdalena an den Landschreiber Johann Geyß in Siegen verheiratet.Zu den Nachkommen der Ehe Geis gehören die Geis in Siegen und Haiger,ein Schwiegersohn der Familie war der nasssauische Chronist Johann Textor von Haiger,weitere Nachkommen die Familie Kraft in Siegen,Möller in Dillenburg,die Familien Breidenbach,Heidfeld,Beygarten und Dieserweg,um einige zu nennen.Von PamposTöchtern waren eine an Hermann Schumacher aus Sechshelden,eine an Philipp Müller in Camberg,eine an Johannes Lehnheinrich,Wirt in Dillenburg,verheiratet.Der Sohn war Keller in Löhnberg und 1584 mit der Tochter des Kellers Johann von Langenbach in Löhnberg aus der Familie von Langenbach gen.Sassenroth verheiratet.Von den Nachkommen seien hier nur die Familie Creuzer in Lützelinden,Stein in Odenhausen.Irmgarten in Reiskirchen,Reuter in Drommershausen,Porbeck in Friedberg,Dänzer in Selters bei Weilburg,Reinhardi in Selters bei Weilburg,Hell in Weilburg,Rohrmann in Panrod,Meusel in Dillenburg genannt.Die Ahnen der Großeltern des Wigand von Mudersbach auf dem Mundersbachgrabstein im Limburger Dom sind Familien aus der Ritterschaft,die Bucher von Laurenburg,die von Bubenheim,die von Rheinberg,die von Steinebach,die vom Stein,die von Gerbardshain,seine Mutter war eine von Nassau zur Sporkenburg.In dieser Ahnenreihe gibt es einzige nicht völlig gesicherte Brücke zu Dynasten über die von Nassau zu Sporkenburg,Rödel von Reifenberg,von Rheinberg,vonSchöneck,von Steckelnberg,die um 12000 die Herren von Hagen-Münzenberg,die Edelherren von Bickenbach und die Grafen von Katzenelnbogen,Arnsburg,Bilstein,Nürings und Nidda erreicht.

Ohne Anerkennung durch die Familie führte Constantin von Mudersbach 1600 kurpfälzicher Obristleutnant in Amberg,Wappen und Namen der von Mudersbach.Seine Mutter war eine Tochter von Platten Christgen in Dierdorf,eine leichtfertige Person,so daß man,jedoch wohl zu Unrecht,vermutete,Weigand von Mudersbach sei nicht Konstantins Vater gewesen.Eine unebenbürtiger Mudersbach war wohl Peter Contzgis von Mudersbach,der 1524 etwa 60 Jahre alt in Kirberg wohnte und Kaufmannshandel trieb.

In den Jahren 1812 und 1817 führten Landleute aus der Gegend von Hartenfels mit dem Namen Reifenberg ohne Erfolg einen Prozeß mit den Grafen Waldbott von Bassenheim um den Besitz der Standesherrschaft Reifenberg im Taunus.Diese Reifenberg,die nach ihren Aussagen den Adel wegen Armut abgelegt hatten,lassen sich in Hartenfels bis auf Mandt Friedrich von Reifenberg ,Schultheiß in Hartenfels (1652-gest.10.03.1687),zurückführen.Er führt 1656 die Schrägbalken der von Reifenberg mit einem Stern als Beizeichen im Wappen.Das gleiche Wappen zeigte noch der Grabstein seines Sohnes Hans Heinrich.Die Familie lebt heute noch weitverzweigt in Hartenfels,im Westerwald,aber auch in Rheinhessen.Der Anschluß war zunächst nicht zu finden.Cuno von Reifenberg von der Wäller Linie,der 1560-75 Kanoniker und zuletzt Dekan in Bleidenstadt war,hatte drei Kinder.Diese erhielten von des Vaters Schwester Magdalena von Reifenberg,Witwe von Holdinghausen,den Hof in Niederahlbach.Sie bestimmte in ihrem Testament1581,daß ihr Vetter Philipp von der Lippe gen.Huhn zu Hartenfels und Thomas Nocher die Brüder Philipp und Marsilius Reifenberg zu Tugend und zum Studierenanhalten sollten.Marsilius Reifenberg in Niederahlbach (gest.vor 1633) war zweimal verheiratet,mit Ottilia von Hof gen.Bell und seit 1621 mit Getrud von Höchster gen.Pampus.Es ist nicht völlig sicher,ob Mand Friedrich Reifenberg ein Sohn des Marsilius oder von dessen Bruder Philipp war,der mit seiner Frau Katharina noch 1633 in Niederahlbach lebte.An dem Zusammenhang ist bei dem Wohnsitz Hartenfels der Vormund und Vetter von der Lippe gen.Huhn nicht zu zweifeln.Die Tochter Elisabeth Reiffenberg war zuerst 1581 mit Thomas Nocher in Schönstein,dann 1598 mit Wilhelm Essinger in Schönstein bei Wissen verheiratet.Unter den Ahnen dieser unebenbürtigen Reifenberg finden wir außer den von der Lippe gen.Huhn die Mohr von Leun,die Weyer von Nickenich,die vom Stein zu Nassau,von Rheinberg,Willmenrod,Erlenbach und die Winter von Preungesheim.Das sind nicht die einzigen bäuerlichen,bürgeliche Reifenberg.Bekanntlich gehört der Fabeldichter Erasmus Alberus zu dem Friedberger Zweig der Reifenberg,den Alber von Reifenberg.Eine unebenbürtiger Reifenberg war sicher Michel Reiffenberg,der 1608 als Anwalt der von Reifenberg vorkommt.Kein Zusammenhang ist bisher zwichen der Adelsfamilie und den Reifenberger in Flammersbach,haiger und Langenaubach und Mehrenbach in Westfalen zu sehen,die bis auf den vor 1505 verstorbenen "Riffenburg" in Haiger und Jost Reifenberg 1530 in Langenaubach zurückzuführen sind.

Bekannt ist eine zahlreiche Nachkommenschaft aus der Ehe des Johann Wilhelm Weinrich(hochzeit 1639) mit Anna Elisabeth von Langenbach in Löhnberg.Aus der ersten Ehe der Anna Elisabeth mit Theiß Theißmann aus Löhnberg, der gleichen Familie wie die bekannten Theologen Deißmann gehörte,sind keine Kinder bekannt.Anna Elisabeth war eine Tochter des Simon (von) Langenbach in Löhnberg (1597-1616 gest vor 1638) und seiner Frau Maria (1597-gest 1638).Aus dieser Ehe stammen auch Johann Jost (von ) Langenbach in Löhnberg(1641- gest vor 1680)und Johann Conrad Langenbach (um 1636/39,gest. vor 1665),von dessen Sohn Gottfried Langenbach (1665-80) die in Löhnberg noch lebenden Langenbach abstammen.Simons Vater Johann von Langenbach (1560-1611),ein Sohn des Cornelius von Langenbach genannt Sassenroth,war zuerst reisiger Diener in Dillenburg,dann 1574-86 nassauischer Keller in Löhnberg.Aus seiner Ehe mit Elisabeth (1574-98) stammte eine Tochter Johanetta,die 1584 den Mudersbach-Enkel Friedrich Pampo heiratete.Bei diesen von Langenbach handelt es sich um einen Zweig der Westerwälder Adelsfamilie von Langenbach,der sonst den Beinamen Sassenroth führt.In der Ahnenreihe des Johann von Langenbach und seiner zahlreichen Nachkommen über die bürgerliche Langenbach in Löhnberg,die Weinrich und Pampo finden wir die Familien von Mauden und von Heimbach (bei Neuwied).

Einzelanschlüsse gibt es in Fülle.Der etwas heruntergekommene Dietrich von Hadamar in Weltersburg hatte außer dem Sohn,mit dem die Familie erlosch,zwei Töchter Magdalena Hochzeit 1568 Johannes Wirsdorffer und Philippa Hochzeit 1584 Hans Rodenawe,beide hatten Kinder 1592.Sein ebenfalls verarmter Zeitgenosse Peter vom Stein mit den drei Rosen in Molsberg hatte Kinder und Enkel,die im Bauerntum aufgingen.Von den Nüssel von Möllingen,die im 15.Jahrhundert noch zum Adel rechnen,gibt es um 1550 18 Familien bäuerliche Erben verschiedenen Namens in Möllingen,Wölferlingen,Kölbingen,Dreifelden und Maxsain.Johann von Hartenrod hatte 1553 drei Schwestern,Philippe,Marie,Katharina,die mit Emmerich Neuer,Friedrich Schwan und Wilhelm Dapperich,Bürger in Montabaur,verheiratet waren.Zahlreiche Nachkommen hat Katharina,die Tochter des Johann Waldbott von Pfaffendorf,die 1554 mit Jost Rumpolt verheiratet war,über die Familien Rumpel in Runkel und Schupbach und anscheinend auch die Rompel in Lindenholzhausen,Kilian Katzman,1562 trierischer Keller in Camberg,war mit einer Schwester des Hans Engelbert Riedesel von Camberg verheiratet.Als er bei Kurtrier in Ungnade fiel,wurde er mit seinem Weib aus Camberg verjagt.Der nassauische Rat Magister Wilhelm Knüttel (gest:1566) war in zweiter Ehe mit Anna von Berzhahn gen.Westerburger verheiratet,die in zweiter Ehe 1567 M.Johannes Sommer aus Torgau heiratete.Knüttels Kinder stammen aus 1.Ehe.Aber auch diese erste Ehe vermittelt seinen zahlreichen Tochternachkommen über die Familien Blankenheim,Heupel,Stöver und Hoen wahrscheinlich wahrscheinlich eine adlige Abstammung.Lic.jur.Jost Seelbach,Dekan von St.Peter in Mainz,nennt Wilhelm Knüttel seinen Schwager.Dieser Jost Seelbach kommt 1563 als Vetter,Verwandter von Wilhelm Diepel,dem Sohn des Schultheißen Jost Diepel in Haiger (gest.1551),vor.Als Jost von Seelbach konnte er jedoch 1536 den Hof der von Haiger in Gaudernbach vererbleihen.Er nennt sich 1558 Jodocusvon Heyger und einen Dietrich Seelbach seinen Vetter,als er seinen Haigerschen Hof in Gaudernbach an die Brendel von Homburg verkauft.Auch bei der Familie von Haiger haben einige Töchter unter ihren Stand geheiratet.Konrad,der Sohn des Eberhard von Haiger,und seine drei Schwestern Oyst,die Frau des Johann Irlebach in Dillenburg,Catharina,die Frau des Schulpenhenne genannt Schriber in Manderbach,und Elchen,die Frau des Clompenhenne in Dillenburg,verkauften 1480 Einkünfte in Haigerseelbach,Haiger,Sechshelden und Dillenburg an Hermann von Haiger.

Von den von Berzhahn des 15.Jahrhunderts stammte auch die Frau des Stiftsschulmeisters Dietrich Crecelius in Gemünden ab,die Ahnfrau aller Namensträgers Crecelius und der nicht überschaubaren Nachkommenschaft in weiblicher Linie.Kinderlos war anscheinend die Ehe des nassauischen Rats Dr.Philipp Henrich Hoen mit Elisabeth von Seelbach (gest 1648).Die von Walderdorf suchten 1565 von den Eigentumserben eines Zweiges Teile ihres Lehen.Damals wußte man noch,daß ein Schreiber,der nachher Landschreiber auf dem Einrich wurde,aus dem Kloster eine Schwester des Johann von Walderdorf geheiratet habe,der 1494"erbarmlich und jemmerlich"bei Mengerskirchen erschlagen worden war.Diese Erben waren die Schmied in Diez und Kaub und die Phael in Beilstein.Der Streit hing noch 1590 unentschieden,als die Walderdorfer den Landschreiber Teis Treisbach nannten.Der Name war sicher falsch,da Theis von Treisbach erst 1527 Keller in Diez war.Sein Vater Christian von Treisbach,1482 - 91 Keller in Braubach,war ein uebenbürtiger Nachkomme der von Treisbach aus Treisbach bei Marburg.Der Landschreiber war wohl eher Johan Schmid aus Aull oder Dietz 1501-1515,der als Keller in Hadamar 1497 und 1499 mit seiner Frau Else als Erbe einer Schwestertochter des Johann von Walderdorf (gest 1494) vorkommt.Else war demnach eine Tochter des Gottfried von Walderdorf (1421-57) und seiner Frau Anne von Heppenberg (1430).Als Besitznachfolger,Erben und sicher auch als Nachkommen dieser Walderdorftochter erscheinen 1590 Johann Pfaff in Arborn,um 1590 Jacob Kraft und Thomas Schmitt in Arborn,Johann Wüstenhöfer in Beilstein und Johann Pfaff in Arborn.

Fließend sind oft die Grenzen zwichen dem Kleinst-Adel und den Beamten.So hatte der Amtmann Dr.Martin Naurath in Diez (gest 1658)eine Großmutter Clara von Eulenbach gen.von Dehrn.Ihre Mutter Magdalena war eine Tochter des Dietzer Amtmanns Reinhard von Heppenberg(1472-1526).Reinhards Frau war eine von Steinbach,aus einer Familie,die nicht mit den von Steinebach verwechselt werden darf.Wilhelm von Steinbach,1456 Schultheiß in Ellar,der Vater von Reinhard von Heppenbergs Frau,hatte eine von Waldmannshausen,der Sohn eine von Muderbach,der Enkel zuerst eine Molnark,dann eine von Seelbach,der Urenkel eine von Rheinberg zur Frau.Von den Töchtern der Familie heiratete Elisabeth vor 1572 den Niclas Kirberger,1572 Clara,die letzte des Geschlechts (gesrt.1613 ),den Schultheißen Johannes Pasor in Ellar.

Der wiedische Amtmann Johann Wilhelm Wallrabenstein aus Kirberg (gest 1675)heiratete Anna Margaretha von Molnark,die Erbtochter des Geschlechts,das mit ihren zwei Brüdern 1635 im Mannesstamm erlosch.Ihr Vater der blinde Johann von Molnark in Bell bei Mayen,später in Westerburg,war mit Clara von Driesch verheiratet.Die von Molnark,die das Wappen der Edelherren von Westerburg führen,kamen Ende des 14.jhs.aus Müllenark im Jülischen Land nach Westerburg.Aus der Ehe Wallrabenstein von Molnark stammen zwei Töchter,von denen eine an den Schultheißen Johann Friedrich Kreußler in Niederneisen,die andere an den Sekretär Johann Heinrich Korn in Dietz verheiratet war,und eine weitverzweigte Nachkommenschaft.Zu den Ahnen der Molnarknachkommen gehörten die Scheid gen.Weschpfennig,die von Hadamar,von Kettig,von Willmenrod,die Edelherren von Brohl und über die von Cleeberg deren Ahnherrr Ludwig Herr von Isenburg-Büdingen.Eva von Molnark,die Frau des Konrad von Kettig zu Bassenheim,hatte eine Tochter Elise von Kettig(gest.vor 1569),die zunächst an Marsilius von Rheinberg in Hahnstätten,dann an Johann Scheffer verheitatet war.Dieser Johann Scheffer,Schultheiß in Hahnstätten,hatte 1569 Kinder aus dieser Ehe.Er war wohl eher ein Bruder als der Vater des Kellers Emmerich Scheffer in Dietz (1565-1591),von dessen Kindern der Kammerrat Friedrich Scheffer in Saarbrücken

und Eva Scheffer,die Frau des Pfarrers Servatius Plebanus in Burgschwalbach,stammen.Unklar bleibt,weshalb Servatius Plebanus 1587 Frau Merg von Rheinberg seine Schwiegermutter nennt,als er mit Adam Crafft aus Ergeshausen und Christmann aus Attenhausen unter den Erben des Schultheißen Hans Crafft in Katzenelenbogen erscheint,der mit Maria von Rheinberg verheiratet war.Sicher haben diese adeligen Verbindungen den Aufstieg der Beamtenfamilien Scheffer und Plebanus gefördert.Einige Generationen vorher hatte schon einmal Katharina von Molnark (gest. vor 1495) Ludwig von Fussingen,einen Mann bäuerlicher Herkunft geheiratet.

In diesem Zusammenhang sind auch die Neuroth oder Neurod zu nennen.Kuno von Neuroth,Schultheiß in Gießen,und sein Bruder Heinrich,Schultheiß in Hüttenberg,waren Ende des 15.Jhs.ebenbürtige Söhne der Familie von Neuroth vom Hof Neuroth bei Molsberg.Die Familie wurde durch Heiraten bürgerlich.Durch anderthalb Jahrhunderte stellte die Familie Zentgrafen in Hüttenberg,Schultheißen in Pohlgöns und in Krofdorf.Zu den Töchternachkommen gehörten zahlreiche Familien in Butzbach.Heinrich Neurod aus dieser Familie,1562-67 als Schultheiß in Burgschwalbach nachgewiesen,halte ich für den mit Namen nicht genannten Schultheißen von Burgschwalbach,dessen Tochter Anna 1576 Wilhelm Eppelmann in Hadamar heiratete.Er müßte dann die Witwe des Landschreibers Jörg Seiffenmacher (1530-52)geheiratet haben.Damit ergäbe sich auch ein Hinweis für die etwas umstittene halbadlige Abstammung von Melanders Mutter.

Sicher bezeugt ist die adlige Abstammung der beiden Töchter des Dietrich Donner von Hattert.Die Familie war durch Heiraten mit den von der Huben gen.Pampus und vom Hof gen.Bell in den Adel hineingewachsen.Dietrich Donner von Hattert hatte 1640 Getrud Felicitas von Waldmannshausen geheiratet.Von ihren Töchtern heiratet eine den Dr.Johann Freudenberg in Hachenburg und Hadamar,die andere den Pfarrer Hans Henrich Asbach in Kroppach (gest.1704).Sie vermittelte durch ihre Töchter den Familien Freudenberg in Hadamar,Groos,Heuzeroth und Murzelius in Kroppach,Brunius in Herborn und zahlreiche Töchternachkommen die Abstammung von den von Waldmannshausen,den Lesch von Mühlheim,den von Hohenfels,den von Sprikast von Waldmannshausen und andere Familien.

Es gibt viele ähnliche Verbindungen.So war Johann Hermann Kitzel aus Gießen in Kemel mit Agnes von Schwalbach aus Gießen verheiratet,die später in zweiter Ehe(hochzeit Gießen 1639)mit dem Amtskeller Johann Melchior Synod genannt Schütz(gest.1658) in Braubach lebte.Aus ihrer ersten Ehe stammmen die von Kietzel.

Pietische Einflüsse stifteten die Ehe des Pfarrers M.Johannes Winckler in Braubach mit Elisabeth Magdalena von Lindau (gest.1673) und des Pfarrers,Inspectors und Hofpredigers Egidius Günter Hellmund in Wiesbaden (gest.1749) mit Maria Magdalena von Koppenstein.Bekannt geworden ist vor allem die Ehe des 1702 als Pietisten abgesetzten Pfarrers Johann Jacob Bierbrauer aus Runkel mit Christiane Louise Gräfin von Sayn-Wittgenstein,der Witwe des Grafen Johann Anthon von Leiningen-Westerburg-Schadeck.Bierbrauer war später als Dr.med.Bergrat und Leibmedikus des Grafen von Stollberg.

Es können hier noch nicht alle ähnlichen Verbindungen nachgewiesen werden.Manche sind sicher zweifelhaft.So hielt man gelegentlich die von Quernheim in Irmtraudt für Nachkommen der von Quernheim in Langendernbach.Aber die Namensformen bei Carol Quernem 1702 und Querrem 1734 deuten eher darauf,daß er zu den zahlreichen im Westerwald zugewanderten Wallonen gehörte.Eine Tochter des Johann Christoph

Sittig von Quernheim hatte zwar ein Kind mit einem Westerburger Untertanen,das ihr Vater diesem 1685 nach Westerburg zuschickte,doch ist über dessen Verbleib nichts bekannt.Die Ahnenreihe des Johann Christoph Sittig von Quernheim (gest.1687) hätte viel weiter geführt.Seine Großmutter Christina von Diez war die Tochter der Anna von Sachsen,der Gemahlin Wilhelms von Oranien,aus ihrem Ehebruch mit dem Vater von Peter Paul Rubens.Über diese führte der Weg leicht zu Karl dem Großen.

Es gibt aber auch solche Verbindungen,die über Dynastenbrücken weiter zurückführen.Die bekannte nassauische Beamtenfamilie Hatzfeld läßt sich bis auf Johann Hatzfeld,auch Johann von Hatzfeld,1525 -33 Keller in Dillenburg,zurückführen.Sein Sohn Gottfried führte als Notar 1559 in seinem Signet den Mauranker der von Hatzfeld und die drei Mispelblüten der Edelherren von Wildenburgan der Sieg.Nach einem schlechten erhaltenen Siegelabdruck führte auch Gottfrieds Sohn Joerge Hatzfeld,1591 Rentmeister in Wildenburg des Hermann von Hatzfeld,Herrn zu Wildenburg,Drost zu Balve ,einen Balken oder doch Maueranker,begleitet von drei Mispelblüten im Schilde.Johann Hatzfeld gen.Cambus (1554-77),ein Sohn (?) Johanns, hat 1571 nur den Maueranker im Schild.Sein Enke lHeinrich 1623,1626 und Urenkel Johann Heinrich Hatzfeld gen.Cambus einen mit drei Mistelblüten belegten Balken zwichen zwei Mauerankern.Da Johanns Sohn Gottfried/Gothard 1532 in Marburg studierte,1538 in der Kanzelei in Dillenburg und schon 1540 mit besonderen Verdiensten erwähnt wird ,muß er vor 1515 und sein Vater Johann,der 1525 Keller in Dillenburg war,vor 1495 geboren sein.Damit kommen als Väter die Söhne Johanns von Hatzfeld (1416 bis 1478) und (Hochzeit 1441)Katharina von Drachenfels,Johann (1481,gest. 1508) in Merten,Goswin (1441) und Gottfried/Gothard (1490 -1508) bzw.der Sohn von Gottfried/Gothard von Hatzfeld (1428 - 1458) und seiner Frau Jutta Wais von Fauerbach (1471 - 1519,gest.vor 1523) in Bertracht.Da Georg Hatzfeld,Gottfrieds Sohn,1582 Stallmeister in Dillenburg,1591 Rentmeister des Hermann von Hatzfeld zu Wildenburg,eines Enkels von Johann (1481 -1508 ),war und auch Gottfried Hatzfeld in Dillenburg 1588 eine Botschaft an diesen Drost in Balve Hermann von Hatzfeld,Herrn zu Wildenburg übernimmt,neige ich dazu,Johann Hatzfeld (1525) als Sohn dieses Johann oder seines Bruders Gottfried (1491 - 1505) anzusehen.Außer dem Wappen bestätigen auch die Vornamen Johann,Gottfried und Georg den Zusammenhang zwichen den von Hatzfeld zu Wildenburg und den Dillenburger Hatzfeld.Ein weiterer Sproß der Hatzfeld war Reiner oder Reinhart Hatzfeld aus dem Bergischen,der 1578 in Marburg studierte.Er stand 1604 in Diensten der von Hatzfeld zu Wildenburg,als er an seinen Schwager,den Stadtschultheißen Eberwein Heubt in Siegen schreibt.Selbst wenn die Abstammung des Johann Hatzfeld von den Großeltern Johann und Katharina von Drachenfels nicht zu erhärten ist,ist die Abstammung von dem Urgroßvater Gottfried von Hatzfeld (1386 - 1420 gest.1422) gen.Ruwe durchaus gesichert,da von diesem alle späteren von Hatzfeld zu Wildenburg abstammen.Unter den weiteren Ahnen führt (35) Elisabeth von Sayn nicht zu den Grafen von Sayn,sie ist eine Tochter von Gottfried von Sayn,Herrn zu Homburg,und Sophie von Volmarstein,von denen die Grafen von Sayn-Wittgenstein abstammen.Dennoch enthält die Ahnenreihe eine beachtenswerte Abstammung.Die Frau Elisabeth von Heinrich Herrn von Wildenburg war war,wie gegenseitige Zeugenschaften und enge Beziehungen es zeigen,eine Tochter von Gerlach von Isenburg - Arenfels und Elisabeth von Kleve.Diese Elisabeth von Kleve war durch ihre Mutter Isabella von Brabant eine Enkelin der Marie von Frankreich ,eine Tochter Königs Philipps II.August von Frankreich.Damit ist aber eine vielfache Karolingerabstammung und die Abstammung von fast allen frühen europäischen Königshäusern gegeben.Von deutschen Kaisern und Königen erscheint dabei erst Otto II;die Salier und Staufen fehlen.

Die Nachkommenschaft der Dillenburger Hatzfeld ist überaus groß.Zahlreiche Töchternachkommen schließen sich über Dr.Wilhelm Zepper in Herborn,und die Hartert,dann über die Familien Mohr und Petri in Dillenburg,um einige zu nennen,an.

Ähnliche Anschlüsse bietet einem zahlenmäßig weit kleineren Nachkommenkreis eine unebenbürtige Abstammung von den von Schönborn.Im Kirchenbuch von Strinz-Trinitatis wird die Frau des Schultheißen Johannes Potz in Hennethal als Barbara Schönborn"aus Wehen sonsten von Mentz herstammend"bezeichnet.Sie war eine Tochter des Philipp Schönborn in Wehen,der dort vor 1583 geheiratet hatte.Von seinen Nachkommen wird sonst noch 1657 sein Enkel Johannes Böcher oder Bücher in Wehen genannt.Über den Hinweis auf Mainz findet sich in Mainz sein Bruder Eckard Schönborn,der 1604 Bürger in Mainz wurde und dort 1631 als Eisenkrämer starb.Bei seinem Sohn Johann Philipp war 1631 der Würzburger Domherr Johann Philipp von Schönborn Pate,der später als Kurfürst von Mainz die Grundlage für den Aufstieg der Familie legte,die im 18.Jh.durch die Häufung von Bischhofsstühlen auf kurze Zeit nahezu europäische Bedeutung gewann.Fast zur gleichen Zeit erscheint 1610 ein Johannes Schönborn in Erbach im Rheingau,wo danach 1611-23 sein Sohn Anastasius Schönborn vorkommt.Im nahen Etville war 1652 Mathias Schönborn Oberschultheiß.In Wehen kommt schon 1571 ein Johann Schönborn vor,der möglicherweise der Vater von Philipp,Eckhard und Johann war.Eckhard oder Eucharius Schönborn in Mainz trägt den gleichen Vornamen Eucharius,wie der Urkundlich nicht belegte erste Stammvater der Schönborn,mit dem sein Zeitgenosse,der Mainzer Domvikar Georg Helwich der Schönborn beginnt.Im späten 16.Jh.wird Hans Georg von Schönborn,1542 minorenn,1573 groß-Bailiff des Johanniterordens in Deutschland,angehalten,die Elisabeth Marder,mit der er zusammenlebte,von sich zu tun.Da Hans Georg von Schönborn zur Hahnstätter Linie gehört,die sich schon im späten 14.Jh.von der Freienfels-Laubusebacher Linie getrennt hatte,wäre dann die Patenschaft Johann Philipps von Schönborn 1631 kaum verständlich.Wehen gehörte in jener Zeit zu Nassau-Weilburg.In Weilburg waren aber der Urgroßvater des Kurfürsten Johann Philipp,Georg von Schönborn(gest.1562),und dessen Vater Johann von Schönborn(gest.1529) Amtmänner der Graftschaft Nassau-Weilburg.Bei einer Abstammung von Georg (gest.1562) wären Johann Schönborn in Wehen ein unebenbürtiger Großonkel und seine Söhne Philipp und Eckhard unebenbürtige Vettern vom Vater des Kurfürsten.Man wird die Verwandschaft kaum noch eine Generation hinaufrücken dürfen,da man beim Nachkommen des Urgroßvaters Johann (gest.1529),der 1631 schon 101 Jahre tot war kaum noch eine Patenschaft übernommen hätte.Die Ahnenreihe Georgs von Schönborn (gest.1562)bietet vor allem Abstammungen von Familien der Ritterschaft,dies gilt stärker noch für die Mutterseite Weiher in Nickenich und Sünder von Senheim,so daß,selbst erst Johann von Schönborn (gest.1529) als Ahne in Betracht käme,die von Haiger,Elkershausen,Kesselstadt,Merenberg,,Nonnenberger von Montabaur blieben.Über seinen Vater Johann (gest.1529) bringt Georgs Urgroßmutter Iliane von Winneburg-Beilstein (1458-66) zahlreiche Anschlüsse zum Hochadel über Gerlach von Winneburg -Beilstein (1344-1375,Lucardis von Brohl,Howart von Elter vor allen jedoch über Irmesind von Holenfels (1381-1409)und deren Mutter Irmesind von Tomberg und Urgroßmutter Irmesind von Luxenburg-Durbuy.Die Mutter dieser letzten Irmesind war Mathilde von Kleve,eine Schwester jener an Gerlach von Isenburg-Arenfels verheirateten Elisabeth von Kleve,so daß die von Schönborn,wie übrigens auch die Greiffenclau von Vollrats und seit dem 16.Jh.die jüngeren Generationen der vom Stein zu Nassau und die von Hatzfeld,Herren zu Wildenburg,über die Ehe Kleve-Brabant und Marie von Frankreich die Tochter Philipps II.August von Frankreich,eine legitime Abstammungsreihe zu den Karolingern besitzen.

Heute kann man bereits sagen,daß außer den Herren von Eppstein und den Brömser von Rüdesheim sicher auch die von Reifenberg,die Schneiß von Grenzau,die von Langenau und die von Langenbach gen.Sassenroth,wahrscheinlich noch die Bröder von Hohenstein,die von Liebenstein und vielleicht auch die Klüppel von Elkershausen,die Knebel von Katzenelnbogen und die von Staffel im unebenbürtigen Mannesstamm noch unter uns leben.Dies gilt auch für die Diery des Stammes Wied Runkel un die von Hatzfeld,die ohnehin noch im Mannesstamm leben.Zwichen den meisten der im 19.Jh im Herzogtum Nassau lebenden,meist briefadligen oder von auswärts zugewanderten adligen Familien gibt es keine genealogischen Verbindungen zu den Familien des "ausgestorbenen"nassauischen Adels des Mittelalters.Dieser lebt aber noch,wie es sonst von vielen im Mannesstamm erloschenen Familien durchaus vertraut ist,über die Töchternachkommen in zahlreichen bäuerlichen und bürgerlichen Familien.


Erfasst von Thomas Keul

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